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Keiler Bier

Sozial-Murks

Sozial-Murks

Die Stunde der Wahrheit rückt näher. Die meisten wissen das und diejenigen, die es nicht wissen oder verdrängen spüren es: Es kommt in vielerlei Hinsicht Unangenehmes aus uns zu. Alles, wovor wir in den vergangenen Jahren die Augen verschlossen haben, erwischt uns jetzt mit aller Macht. Den Anfang machen die starken Einschnitte in die Gesundheitspolitik. Ärzte, Krankenhäuser, Pharmaindustrie und alles, was mit Rehabilitation zusammenhängt, alles wird deutlich teurer.

Harth & Schneider

Obendrein steigt die Zahl der Leistungsbezieher in besonderem Maße. Dabei lässt nicht allein der demografische Wandel mächtig grüßen, auch mehr als zwei Millionen Migranten laben sich an den Errungenschaften einer alles in allem ordentlich funktionierenden medizinischen Versorgung. Die Kosten werden von den Beitragszahlern aufgebracht und rund 10 Milliarden Euro für die Versorgung von Migranten werden vom Bundeshaushalt den gesetzlichen Kassen nach wie vor vorenthalten.

Die nächste Großbaustelle ist das Thema Rente. Über viele Jahre hinweg wurden die ordentlich gefüllten Beitragskassen der Rentner für Ausgaben zweckentfremdet, die nicht zum ursprünglichen Auftrag der Rentenkasse gehörten und bis heute nicht gehören. Jetzt kommt der Katzenjammer, weil Beiträge und Zuschüsse aus der Bundeskasse vorne und hinten nicht mehr ausreichen. Neben Beitragserhöhungen, einem steigenden Eintrittsalter in den Ruhestand, dem Anstieg der Beitragsbemessungsgrenze und den Wegfall der Witwenrente gehen all diese angedachten Maßnahmen in erster Linie zu Lasten von Familien und hier besonders solchen aus dem Mittelstand.

Ob und wie die Kosten des Sozialstaates auch auf anderen Ebenen reduziert werden können – oder besser gesagt müssen – darüber schweigen sich Regierung im Allgemeinen und die Sozialministerin im Besonderen beharrlich aus. Das Beispiel aus Bremen, wo ein langjähriger Mitarbeiter der Sozialverwaltung den Umgang mit Steuergeldern beim Bürgergeld öffentlich anprangert, dürfte erneut zur Verärgerung von denjenigen beitragen, die regelmäßig ihre Sozialabgaben entrichten und mit immer weniger Leistungen auskommen müssen. So etwas kann man nicht als „Reform“ bezeichnen, sondern bestenfalls als Stümperei oder Murks.

Zum Autor

Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (75) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere. Nach Stationen als Redaktionsleiter und Publizist mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von mehreren Büchern ist der gelernte Redakteur als "Freier Autor" aktiv. Von 1977 bis 2001 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an und war zehn Jahre lang CDU-Fraktionsvorsitzender in Erlensee. Partei und aktiver Politik hat er vor mehr als 20 Jahren den Rücken gekehrt. Er lebt heute mit seiner Familie in Biebergemünd.

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Kommentare

13
Dichtung u Wahrheit
3 wochen vor
Polemisches Schwurbeln macht nichts besser. Das Gesundheitssystem wird nicht nur teurer. Die Leistungen werden seit zwei Jahrzehnten weniger. Die Gesundheitsministerin möchte eine Zweitmeinung vorschreiben, wo eine Erstmeinung kaum noch zu bekommen ist. Die medizinische Versorgung funktioniert nur noch für den Autor" alles in allem ordentlich". Die Gründe auf Migration zu schieben ist billig. In der Pflege, in der ärztlichen Versorgung geht nichts mehr ohne Migration.
Ein erheblicher Teil der Wiedervereinigung wurde mit Hilfe der Rentenkasse finanziert. Der Autor war damals nach eigenen Angaben CDU-Mitglied. Die Überschrift paßt genausogut auf den Inhalt der Kolumne.
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14
W̷i̸n̵s̷t̵o̴n̸
3 wochen vor
Zitat:
Die meisten wissen das und diejenigen, die es nicht wissen oder verdrängen spüren es
Und diejenigen, die schon vor Jahren davor gewarnt haben, wurden damals als Schwurbler, querdenker, Nazis oder sonst irgendwie tituliert.
Also, jammert leise und freut euch über das was ihr Gewählt habt!
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13
Hans
3 wochen vor
Hallo,
dem Klagelied kann man zustimmen. Es fehlt ihm aber die Perspektive. Die anderen sind schuld, vor allem die Fremden und die Politiker. Der Wähler muss sich fragen lassen, warum er über die Jahrzehnte mehrheitlich so gewählt hat. Er wollte nicht die Wahrheit hören, nicht vorsorglich handeln, um spätere Katastrophen zu verhindern. Lieber hat er diejenigen gewählt, die ihm versprachen, dass für ihn alles gut bliebe oder gar besser würde. und nun haben wir den Salat. Die Älteren kommen noch in den zweifelhaften Genuss der Folgen kurzsichtiger Politik. Die Jüngeren müssen sehen, was für sie bleibt. Und alle sollten bedenken, dass Gutes und Schlechtes in der Vergangeheit angelegt ist. Die Verdienste der Alten sind zu achten. Ihr Versagen auch.
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