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Rechenzentrum Birstein: Volumen von 1.000 Einfamilienhäusern

Rechenzentrum Birstein: Volumen von 1.000 Einfamilienhäusern

Zum geplanten Rechenzentrum in Birstein äußert sich VORSPRUNG-Leser Hans Leuschner in seinem Leserbrief.

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"Zum geplanten Rechenzentrum werden vom politischen Spektrum Erklärungen und Rechtfertigungen abgegeben. Besonders diejenigen, die eine Entscheidung zugunsten des Projektes fällten, behaupten von sich, zum Wohle der Gemeinde und besonders deren Geldbeuten entschieden zu haben. Den Mitbürgern wird zu erklären versucht, wie wichtig das Rechenzentrum für alle sei und welche große Chance der Gemeinde entginge, wenn das Projekt nicht realisiert würde.

Hierüber sind inzwischen zahlreiche Berichte den Medien zu entnehmen. Bemerkenswert ist aber, dass wir betroffenen Birsteiner Bürger nirgendwo erfahren, was da eigentlich neben dem 'ach so wichtigen Mammon' auf uns zukommt. Entweder sind die Entscheidungsträger selbst nicht informiert, welche Baumassen da auf die Gemeinde zukommen oder aber sie wissen es und versuchen, diese eklatanten wichtigen, technischen Erfordernisse dem Mitbürger bewusst vorzuenthalten. Daraus kann man schließen, dass deswegen eine gewünschte Bürgerbefragung mit politischer Brutalität abgeschmettert worden ist. Man hat Angst vor der Bürgermeinung!

Ich habe mir als erfahrener Diplom-Bauingenieur und freischaffender Architekt die Mühe gemacht und - selbstverständlich kostenlos - eine seitenlange Analyse über die zu erwartende Objektgröße und alle damit technisch verbundenen erforderlichen Baumaßnahmen auszuarbeiten. Diese Ausarbeitung sollte keinesfalls in die detaillierten Planungsabsichten des Betreibers eingreifen. Sie sollte lediglich der Entscheidungsfindung dienen. Die Ausarbeitung wurde den Fraktionen in der Gemeindevertretung von der Sitzung am 11.06. übermittelt. Darauf Bezug genommen wurde nicht, wobei zu vermuten ist, dass die Fraktionsmitglieder von ihren Vorsitzenden nicht hinreichend informiert worden sein könnten, weil die Zeit gefehlt hat.

Ich kann an dieser Stelle den Mitbürgern, der umfangreichen Berechnungen, technischen Ermittlungen und Beschreibungen wegen,  hier keine detaillierten Angaben machen. Das ist im Rahmen eines Leserbriefes ausgeschlossen. Aber so viel sei gesagt: Meine Ermittlungen haben ergebe, dass die geplante Baumaßnahme eine Industrieanlage sein wird, die mit in einem Gewerbegebiert üblichen Nutzung nichts zu tun hat. Die Baumasse wird etwa das Volumen von 1.000 Einfamilienhäusern haben. Wären die Bürger darüber informiert worden, was da tatsächlich zu erwarten ist und das rechtzeitig vor der Entscheidung von CDU, SPD und FBG für das Rechenzentrum, dann hätten weitere Gespräche nie stattgefunden. Ich begrüße von daher die Entscheidung der GfB sehr, die Sache nicht auf sehr beruhen zu lassen. Die inzwischen vorliegende alternative Nutzung für bürgernahe Bebauung ist ebenfalls eine willkommene Möglichkeit., das Gelände sinnvoll zu nutzen."

Hans Leuschner
Birstein

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Kommentare

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Markus Jesgarz
1 woche vor
Die Diskussion um das geplante 200-MW-Rechenzentrum „Frank Cube“ in Birstein wirft mehr Fragen auf, als beantwortet wurden. Während die Kreiswerke Main-Kinzig selbst für ein Rechenzentrum mit nur 5 bis 10 MW im Raum Wächtersbach einen Ausbau des Höchstspannungsnetzes mit einem Zeithorizont von über zehn Jahren für erforderlich halten, soll in Birstein plötzlich eine Anlage mit der 20- bis 40-fachen Leistung entstehen. Wie die dauerhafte Stromversorgung gesichert werden soll, bleibt offen.

https://www.hessenschau.de/wirtschaft/mega-rechenzentrum-in-birstein-gemeinde-bremst-buergerentscheid-aus-v1%2Crechenzentrum-birstein-100.html

Nach den bisherigen Planungen soll zunächst ein Gaskraftwerk die Versorgung übernehmen. Würde ein 200-MW-Gaskraftwerk ganzjährig laufen, lägen die CO₂-Emissionen rechnerisch bei rund 600.000 bis 750.000 Tonnen pro Jahr. Zum Vergleich: Das entspricht ungefähr den jährlichen Emissionen von 70.000 bis 90.000 Einwohnern bei durchschnittlichem Pro-Kopf-Ausstoß in Deutschland – also einem Vielfachen der rund 6.000 Einwohner Birsteins. Hinzu kämen Schornsteine von etwa 30 bis 60 Metern sowie Rechenzentrumsgebäude mit rund 25 bis 35 Metern Höhe – ein massiver Eingriff in Landschaft und Ortsbild.

https://www.datacenter-insider.de/argaman-plant-200-megawatt-rechenzentrum-in-birstein-a-43fd5ddc7c8200bdcbb56eded5e2f45d/

Auch wirtschaftlich bestehen Zweifel. Selbst Claus Kaminsky fordert gemeinsam mit weiteren Kommunalvertretern eine Reform der Gewerbesteuer, weil die Standortkommunen bislang nicht angemessen profitieren. Das zeigt, dass hohe Einnahmen keineswegs selbstverständlich sind.

https://mkk-echo.de/gewerbesteueraufkommen-fuer-kommunen-in-deutschland-sichern/

CDU, SPD und FBG hätten deshalb alle technischen, ökologischen und finanziellen Fragen vor ihrer Entscheidung transparent klären müssen. Ein Projekt dieser Dimension verlangt belastbare Fakten – keine Hoffnungen.
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Markus Jesgarz
2 wochen vor
Die Entscheidung, ein Rechenzentrum dieser Größenordnung nach Birstein zu holen, erscheint erstaunlich leichtfertig. Es geht nicht um einen gewöhnlichen Gewerbebetrieb, sondern um eine Industrieanlage mit enormem Energiebedarf und weitreichenden Folgen für Landschaft, Infrastruktur und Umwelt. Wer hier ausschließlich auf mögliche Gewerbesteuereinnahmen blickt, blendet die Risiken aus.

Bis heute sind viele technische Fragen ungeklärt oder der Öffentlichkeit nicht transparent erläutert worden. Wie soll die dauerhafte Energieversorgung gewährleistet werden? Welche zusätzlichen technischen Anlagen werden erforderlich? Welche Auswirkungen haben Gebäude, Kühlsysteme und mögliche Energiezentralen auf das Ortsbild und die Lebensqualität?

Gerade weil es sich um ein Projekt mit jahrzehntelangen Folgen handelt, wäre größtmögliche Transparenz und die Einbindung der Bürger notwendig gewesen. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass kritische Fragen eher abgewehrt als beantwortet werden.

CDU, SPD und FBG tragen für diese Entscheidung eine besondere Verantwortung. Wer ein Projekt dieser Größenordnung beschließt, ohne alle offenen Fragen nachvollziehbar zu klären und die Bürger umfassend mitzunehmen, handelt aus meiner Sicht nicht vorausschauend, sondern risikoreich. Hoffnung auf hohe Einnahmen ersetzt keine solide Planung. Birstein darf nicht zum Experiment werden, dessen Folgekosten und Belastungen am Ende die Bürger tragen.
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hans leuschner
2 wochen vor
Hallo Markus,
was Du schreibst, trifft den Punkt. Ergänzen sei zu ewähnen, daß die "ach so heimatverbundene und bürgerfreundliche" Freie Bürgergemeinschaf, die in Birstein schon immer guten Zuspruch hatte, dem Projekt zugestimmt hat (!!!) Ich begreife das überhaupt nicht, denn deren Zustimmung und die breiden Stimmen des Bürgermeisters haben letztlich die Entscheidung herbeigeführt Die FBG wird hierfür die Verantwortung übernehmen müssen und zwar jeder Einzelne im Gemeindeparlament, denn der Herr Bürgermeister wird in vier Jahren sein Bündel packen mit mitsamt seiner Familie
verschwinden. Zurückgelassen werden wir Birsteiner mit einer Erblast, an der unsere Nachkommn über Generationen
noch zu beißen haben. Na denn : Auf in den Kampf !!
Gruß Hans
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